Archiv für die Kategorie „Coach J‘ s Corner“

Coach J checkt aus

Montag, 3. Mai 2010

Schon seit längerem steht der erste Abgang zur neuen Saison fest: Johannes Püllen aka Coach J verlässt Dynamic Squad da er studienbedingt längere Zeit ins Ausland geht.

Coach J wollte sich aber noch selber von euch verabschieden:

“Es war meine erste und vorerst leider auch letzte Saison als D-Squad Coach, dennoch war es für mich eine tolle Zeit, die ich nicht so schnell vergessen werde! Ich wollte mich bei euch allen bedanken: Bei meinen Spielern, den Fans, Sponsoren unserem marokkanisch-persisch-türkischen Fanclub und allen, die irgendwie irgendwas für uns getan haben. Es war ein super Gefühl mit euch zusammen die Saison zu bestreiten. Es gab viele schöne, aufregende, spannende, unvergessliche und begeisternde Momente…sicherlich zu viele, als das ich sie hier aufzählen kann! Wo es Licht gibt, gibt es naturgemäß immer auch Schatten….es waren jedoch gerade die bitteren Momente, die uns als Team näher zusammengebracht und uns zu einer richtigen Community haben werden lassen. Sei es die herbe 30-Punkte Klatsche gegen ART 3 oder das Skandalspiel gegen TG! Es waren Momente in denen Fehler gemacht wurden und das Projekt Aufstieg zu scheitern drohte. Aber wir haben bewiesen, dass wir uns von nichts und niemanden aufhalten lassen und zusammen alles durchstehen können. Dafür meinen Respekt und Dankeschön. Das wir am Ende Meister geworden sind und nur ein Spiel verloren haben ist fantastisch und wir haben es uns klar verdient! Es wird mir fehlen D-Squad zu coachen.

Es ist jedoch nicht nur meinen Job als D-Squad Coach den ich vermissen werde. In den letzten 5 Jahren habe ich für D-Squad an dutzenden Camps teilgenommen, hunderte von Kindern trainiert und kennen gelernt, Freunde gefunden und und und (ein Special Gruß hier natürlich an meine Gang Johnny, Andy, Marco, Rachid, Lisa und J-W es war uns ist super mit euch!!!!). Dynamic Squad ist kein normaler Verein….wir sind multikulti, haben die verschiedensten backgrounds, aber dennoch sind wir eine große family….es war uns ist immer etwas Besonderes für D-Squad zu arbeiten….und das werde ich sicherlich vermissen.

Lange Rede kurzer Sinn: es war etwas besonderes, ich werde es nicht vergessen, wünsche euch allen nur das Beste und freue mich euch alle bald wieder zu sehen.

Ps.: Bisschen Werbung in eigener Sache: wenn ihr meine „Abenteuer“ in Indien und Australien verfolgen möchtet, dann checkt meinen Blog aus…www.joepue.wordpress.com

Peace out”

Coach J´s Corner: Basketball und die Jugend

Samstag, 20. Februar 2010

Heute lässt sich unser Coach zu dem Thema Jugendbasketball aus. Ein Thema das seit Jahren kontrovers und teilweise emotional und hitzig diskutiert wird. Hauptgegenstand der Diskussion: seit Jahren schaffen es die deutschen Jugendnationalmannschaften nicht mit den anderen Nationen Schritt zu halten und müssen sich bei internationalen Turnieren immer schon frühzeitig verabschieden. Auch ist es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in den letzten Jahren nur sehr wenigen deutschen Spieler gelungen sich in der Bundesliga oder international zu etablieren…..

Alle schwierigen Probleme haben eine Gemeinsamkeit: Ihre Komplexität – es ist meistens nicht ein Grund aus dem ein schwieriges Problem besteht, sondern es sind gleich eine ganze Gruppe von Gründen. So ist es auch mit dem seit Jahren in Basketballdeutschland heiß diskutiertem Dauerthema: Die Jugendförderung. Anlass: seit Jahren spielen unsere Nationalmannschaften bei allen wichtigen Turnieren unter ferner liefen,

Trainierte selber jahrelang Jugendteams: Coach J

schaffte es kaum ein deutscher Spieler sich dauerhaft in der deutschen Bundesliga oder einer anderen internationalen Profiliga zu etablieren. Ideen, Lösungsansätze, Projekte und Versuche gab es viele in den letzten Jahren: die Bundesliga führte einen Ausbildungsfond ein, der Clubs finanziell belohnte, die junge deutsche Spieler auf Feld schickte. Es wurde ein Quote in der Bundesliga eingeführt die eine Mindestanzahl von deutschen Spielern festsetzt. Die Ausländerregelungen der 2. und 3. Ligen wurden geändert, das Auswahlsystem der Jugendnationalmannschaften überarbeitet, eine U19 und U16 Jugendbundesliga installiert, die Trainerausbildung verbessert, der Bundestrainer hielt viele „Brandreden“ und und und. Mit welchem Ergebnis? Keinem! Die erste Bundesliga wird nach wie vor von amerikanischen und osteuropäischen Spielern dominiert und kaum ein Trainer traut sich seinen „Quoten-Deutschen“ Einsatzzeit zu geben. Am zweiten Weihnachtstag zum Beispiel lief das Spiel ALBA Berlin vs BG Göttingen im Fernsehen. Als es Zeit für den Tipp Off war schickten die beiden Coaches 8 Amerikaner und 2 Serben auf das Feld. Insgesamt kamen in diesem Spiel 3 deutsche Spieler zum Einsatz, die zusammen 28 Minuten spielten (von 400 möglichen Spielminuten).

Die deutsche Basketball Bundesliga ist die Liga mit den meisten amerikanischen Sportlern außerhalb der USA! In den anderen europäischen

Hoffnungsträger für Deutschland: Nationalspieler Robin Benzing (links)

Ländern (die in allen internationalen Wettbewerben die deutschen Clubs immer weit hinter sich lassen) sieht dies ganz anders aus: In Spanien z.B. sind lediglich in der ersten Liga nicht-EU Spieler erlaubt (und auch dort nur 2). Lediglich Deutschland beschäftigt eine Flut von nicht einheimischen Spielern. Bitte versteht mich nicht falsch: Die Nationalität der Spieler an sich ist mir egal. Wir alle wollen guten, spektakulären und athletischen Basketball sehen, unabhängig von Nationalitäten. Jedoch ist es nicht zu übersehen, dass unsere einheimischen Talente kaum eine Chance bekommen sich in unserer Profiliga zu beweisen. Die Trainer und Manager der Clubs stehen unter Erfolgsdruck und vertrauen deswegen lieber auf fertig ausgebildete Spieler, bei denen sie wissen was sie bekommen, anstatt ein Risiko einzugehen und in die Ausbildung eines jungen Talents zu investieren. Die Folge: Anstatt selber Talente auszubilden beschäftigen die Clubs eine wahre Flut von mittelmäßigen amerikanischen Spielern, die meistens nur eine Saison bleiben und dann in eine andere Liga wechseln. Ich kann die Coaches sogar verstehen: Wie kann ich z. B. von dem Göttinger Trainer John Patrick (Amerikaner) verlangen sich um den „deutschen Basketball“ zu kümmern? Er ist Trainer der BG Göttingen und sein Job ist es Spiele zu gewinnen. Wie er das tut ist letztlich seine Sache.

Die Situation der ersten Liga löst natürlich eine Kausalkette aus: Es ist sehr schwer Jugendliche oder Kinder zu motivieren Profi werden zu wollen und viel zu trainieren, wenn man ihnen keine oder nur eine sehr unsichere Perspektive bieten kann. Dann wird die Basketballkarriere lieber ad acta gelegt und sich nur noch ausschließlich auf die Schule oder Ausbildung konzentriert. Von den meisten Jugendnationalspielern „enden“ die meisten später in den Regionalligen. Kaum einer durchläuft das Auswahlprogramm des deutschen Basketballbundes und landet später in der ersten Liga. So ist es natürlich auch problematisch langfristig Spieler für die A-Nationalmannschaft auszubilden. Der befürchtete Total-Crash ist nach dem Nationalmannschaftsende von Dirk Nowitzki zwar ausgeblieben, aber besonders rosig sieht die Zukunft des DBB Teams in den nächsten Jahren auch nicht aus.

Neben dieser unbefriedigenden Situation im Profibereich muss man sich die Situation des Jugendbasketballs deutlich vor Augen führen: Basketball ist und bleibt (leider) eine Randsportart. Die Infrastruktur ist kaum vorhanden, gute Trainer Mangelware und die

Schlechte Aussichten? Teilnehmer des Dynamic Squad - Neujahrscamps 2008

Trainingssituation in den meisten Vereinen katastrophal.  Problematisch sind vor allem die sehr wichtigen Altersbereich U10 und U12, hier findet nur sehr wenig kontinuierliche gute Arbeit statt. Die Trainer sind oft junge und unerfahrene Spieler, die den Job bekommen haben, weil sich niemand anderes finden ließ. Dabei müssten gerade in diesen Altersbereichen die besten Trainer arbeiten. Unsere europäischen Nachbarn sind uns da Lichtjahre voraus. Beispiel Litauen: In dem winzigen Land gibt es ca. 50-mal mehr hauptamtliche Basketballtrainer als in Deutschland! Das ist eine unglaubliche Relation, die einiges erklärt!

Naja, allen Unkenrufen zum Trotz wollen wir nicht übersehen, dass es auch einige schöne Ausnahmen und Entwicklungen gibt, doch darüber einander mal mehr….

Peace, Coach J

Ein erfolgreiches Jahr geht für D-Squad zu Ende…

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Ein bewegtes und sehr erfolgreiches Jahr geht für D-Squad zu Ende, Zeit für uns die letzten 12 Monate Revue passieren zu lassen…..

Das Jahr begann direkt mit einem tollen Event: am 02.01. 2009 fand das dritte Dynamic Squad Neujahrscamp statt. Über 90 Kinder erlebten 4 Tage lang Basketball ohne Ende. Höhepunkt war neben dem täglichen Training sicherlich der Besuch des Düsselstrandes mit allen Campern zusammen. Das Neujahrscamp 2009 war ein absolutes Highlight-Camp für uns. Noch nie hatten wir so viele Kinder in einem Camp und es war ein tolles Erlebnis für uns alle.

Unsere Herrenmannschaft, die damals noch auf Korbjagd in der 1. Kreisliga ging, stand ungeschlagen auf Platz ein der Tabelle. Die meisten Spiele wurden mit einer Differenz von 40 Punkten oder mehr gewonnen. Das Besondere: Das Team hatte keinen Trainer und war trotzdem sehr erfolgreich. Aufgrund einer Änderung in der Spielordnung wurde es dann trotzdem noch mal richtig spannend, denn zum ersten Mal in der Geschichte des Kreises endete die Saison nicht nach dem letzten Spieltag, sondern die besten 4 Teams der Liga sollten in einer Playoff-Runde den Meister ausspielen.

Als Tabellenerster mussten wir Anfang April gegen den damaligen Tabellenvierten ART Düsseldorf ran. Verstärkt hatten wir uns vor den Playoffs noch mit Michael Davis, einem ehemaligen Basketball-Profi, der für verschiedene Bundesliga-Teams an den Start gegangen ist und für uns schon als Trainer gearbeitet hatte.

Trotz einer Niederlage im ersten Playoff-Spiel konnten wir uns für das Finale qualifizieren, da wir das Rückspiel sehr deutlich gewinnen konnten.

Im Finale trafen wir auf TUSA Düsseldorf. Nach einem schwachen ersten Spiel, das wir mit 15 Punkten verloren, mussten wir zu Hause das Rückspiel mit mehr als 15 Punkten gewinnen um noch als Meister aufsteigen zu können. Vor einer tollen Heimspielkulisse lieferten wir leider eine der schlechtesten Leistungen der Saison ab und verloren das Spiel….jedoch mussten wir nicht lange Trübsal blasen, denn relativ schnell stellte sich heraus, dass wir auch als Tabellenzweiter aufgestiegen waren.

D-Squad stieg also in seiner zweiten Saison zum zweiten Mal auf…

In den Monaten April, Mai, Juni und Juli tat sich dann sehr viel hinter den Kulissen: Jonas, Rachid und Andy lösten ihre Versprechen ein und wechselten, nachdem unser Aufstieg sicher war, als Spieler zu D-Squad. Damit war die Familie jetzt wieder vereint. Und auch ich musste mein Versprechen einlösen, dass ich Jonas und Rachid vor über einem Jahr gegeben hatte und wechselte von meinem Club den Köln 99ers auf die Trainerbank von D-Squad.

Es konnte also los gehen.

In den Sommermonaten krempelten wir das Team um, drei Spieler mussten leider gehen, dafür kamen neben dem Trio-Infernale (Rachid, Andy und Jonas) mit Yuta, Divine, Devid und Phillipe gleich 4 weitere neue Spieler.

Ich erinnere mich noch gut, dass wir von einigen Spielern milde belächelt wurden, dass wir uns bereits 4 Monate vor Saisonbeginn im Stadion quälten und dort trainierten, aber wir waren heiß auf die Saison und wollten zu Saisonbeginn hundert prozentig fit sein.

Die Vorbereitung lief alles in allem für ein Bezirksliga-Team ziemlich gut: im Kreispokal mussten wir uns nach zweifacher Verlängerung nur mit einem Punkt gegen den Oberligisten Maccabi-Düsseldorf geschlagen geben. Gegen  ART Düsseldorf, die ebenfalls in der Oberliga an den Start gehen, verloren wir ein Spiel und konnten das Rückspiel gewinnen. Den Landesligisten Grafenberg konnten wir ebenfalls schlagen. Auch traten wir zweimal in Hilden an, gegen den TUS Hilden, der in der Landesliga an den Start geht. Konnten wir das erste Spiel gewinnen, mussten wir das zweite knapp abgeben.

Unser letztes Testspiel kurz vor Saisonbeginn, gegen die ALTEN Freunde Düsseldorf,  verloren wir leider auch knapp. Highlight der Saisonvorbereitung war sicherlich unsere Saisoneröffnung in der Bundesliga-Halle der Giants Düsseldorf, vor knapp 150 Zuschauern, gegen den SFD 75 Düsseldorf.

Am 20. September ging es dann endlich los: Wir hatten unser erstes Spiel der neuen Saison. Ich war super nervös, da ich nicht wusste, was uns erwarten würde. Ich kannte weder den Gegner noch konnte ich genau einschätzen wo wir standen, da dies meine erste Saison in der Bezirksliga ist.

So fiel mir dann einen tonnenschwere Last von den Schultern, als nach 40 gespielten ein 97 zu 31 D-Squad Sieg auf dem Scoreboard stand. In den folgenden Wochen legte der D-Squad Express dann richtig los: Wir gewannen Spiel um Spiel mit teilweise sehr deutlichen Ergebnissen.

Am  6. Spieltag trafen wir dann auf den ersten Gegner auf Augenhöhe: Gegen die TG 81 Düsseldorf entwickelte sich ein heißes Match, dass wohl keiner der dabei war so schnell vergessen wird. Obwohl es nach der ersten Halbzeit nicht gut aussah, und wohl die wenigsten auf uns gewettet hätten, zeigten wir alle was es bedeutet mit Herz zu spielen und kämpften uns zurück und gewannen das Spiel.

Auch die folgenden zwei Spiele konnten wir deutlich für uns gewinnen um dann am letzten Spieltag vor Weihnachten gegen ART Düsseldorf 3 dann nach 8 Siegen in Folge unsere erste Niederlage einstecken zu müssen. Trotz der Niederlage überwintern wir als Tabellenerster und gehen so mit einer guten Ausgangsposition in das Jahr 2010.

So endet also das Jahr 2009 für D-Squad. Es war das erfolgreichste in unserer jungen Vereinsgeschichte und ich hoffe nicht dass es 2010 so bleibt, sondern ich will dass es noch besser wird. Wir wollen aufsteigen und haben es in unserer Hand das auch zu schaffen. Dafür werden wir neben einer Portion Glück und viel harter Arbeit auch eure Unterstützung brauchen. Ich hoffe auf euch alle auch 2010 zählen zu können. Ich möchte mich im Namen der Mannschaft bei euch, unseren Fans, recht herzlich bedanken. Es ist super wie ihr uns unterstützt und wir sind euch wirklich sehr dankbar.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine heftige Sylvester-Party.

Cu 2010

Ganz frisch aus Coach J´s Corner: Krimi mit Happy End……D-Squad kämpft TG Düsseldorf mit 85 zu 80 nieder….

Dienstag, 17. November 2009


Nach dem unglaublichen Sieg gegen einen unserer größten Konkurrenten haben wir unseren Coach gebeten das Spiel mal aus seiner Sicht zu beschreiben…hier erfahrt ihr also aus erster Hand wie das Spiel so gelaufen ist.


„Die Nacht vor dem Spiel habe ich nicht gut geschlafen…zu nervös. Es steht viel auf dem Spiel, wenn wir verlieren wäre das eine Katastrophe….Der Aufstieg wäre dann zwar keineswegs verfehlt, aber der Druck wäre noch größer und im Rückspiel stünden wir mit dem Rücken zur Wand. Unser größtes Problem wird unsere Foulbelastung sein, fürchte ich. In den letzten Spielen hatten wir schon große Probleme damit. Wir verteidigen zwar sehr aggressiv aber leider nicht immer besonders clever. Zu oft schlagen wir einfach rein und sind zu langsam oder zu faul auf den Beinen. Besonders Sorgen mache ich mir um Jonas: Bisher hat er es noch in jedem Spiel geschafft sich in Foultrouble zu bringen, selbst wenn wir mit 60 Punkten gewonnen haben….

Es ist 17:50 Uhr gleich geht’s los. Vor dem Spiel packe ich mir mit Jonas, Janusch und Devid, unser potenziellen Fouler. Ich schärfe ihnen ein, sich bloß zurück zu halten, nicht zu foulen und cool zu bleiben….

18: 13 Uhr in wenigen Minuten geht es los…Ich schaue mich um: Die Halle ist total überfüllt. Rechts, direkt neben unserer Spielerbank steht unser marrokanisch-persicher Fanblock (Salam Aleikum und Salaam), dazwischen Lisa, Inga und Mathis, unsere Edel-Fans. Gegenüber in der anderen Ecke sitzt unser japanischer Fan-Block, wie immer in grünen D-Squad Shirts. Aber ich sehe auch viele unserer Camper, einige von Jonas und Rachid ISD-Spielern und natürlich einige Eltern der Spieler…es kann also los gehen

18: 15 Uhr Beide Teams gehen aufs Feld – man sieht sofort: TG ist uns körperlich auf fast allen Positionen überlegen. Bis auf Jonas und Devid sind alle in einem missmatch, müssen also gegen einen körperlich überlegenen Spieler verteidigen…. der Schiri wirft den Ball hoch es geht los…Jonas gewinnt den Sprungball gegen seinen gut 15 cm größeren Gegner…das game is on the line….wir starten ganz ok, können in der 3. Minute einen 10 zu 5 Vorsprung erspielen…es sieht alles nach business as usual aus. Aber schon nach 2 Angriffen wird deutlich wie viele Emotionen hier im Spiel sind: Bereits 2mal sind Spieler einander geraten. Mehrere nette Worte sind ausgetauscht worden und die ersten technischen Fouls wurden verteilt….es geht jetzt mehr als um Basketball….

18: 30 Uhr Jonas sitzt mit seinem zweiten Foul auf der Bank, Janusch hat bereits sein drittes kassiert, Andy, Rachid und Devid haben auch schon 2 Fouls auf ihrem Konto…insgesamt sollten am Ende des ersten Viertels 17 Team-Fouls auf unserem Konto stehen. Der Gegner bekommt alleine im ersten Viertel 27 Freiwürfe!!!….So habe ich mir das nicht vorgestellt. Es ist genau das passiert was wir verhindern wollten: Wir sind schon im ersten Viertel in extremen Foultrouble, unsere besten Angreifer sitzen auf der Bank, zum Zuschauen verdammt und TG kann seinen körperlichen Vorteil voll ausspielen. Das Spiel ist langsam, TG kann immer wieder den Ball einfach in den Post spielen und am Korb punkten….Ich treibe meine Jungs von der Seite immer wieder an schneller zu spielen…schreie rum und fuchtel mit den Armen, aber es hilft nichts, wir sind in dieser Phase einfach zu langsam. Wir schaffen es nicht unser Spiel aufzuziehen…Dann, nach geschlagen 41 Minuten, ist das erste Viertel zu Ende….ich renne in die Kabine, weil ich denke es ist schon Halbzeit….unglaublich, das war das längste Viertel, dass ich je erlebt habe….es steht jetzt 33 zu 28 für uns

19:15 Uhr Auch im zweiten Viertel keine Besserung in Sicht….wir sind zu langsam, zu dumm und zu nervös….Jetzt werden wir auch noch überlaufen…kassieren fastbreak Punkte…ich werde richtig sauer….wir sind hier das schnelle Team, aber stattdessen werden wir hier vorgeführt und andauernd überrannt….jetzt muss die Nummer 24 auch noch einen krachenden Dunking  in unserem Korb versenken….das tut besonders weh zu diesem Zeitpunkt. Gott seid dank ist es bald vorbei….

19:20Uhr Halbzeit….Wir liegen trotz allem nur mit 4 Punkten zurück…..Die Stimmung ist mies….6 Spieler mit mindestens 3 Fouls, Rachid hat sogar schon 4 Fouls…nein, die erste Halbzeit, das war nicht unsere Halbzeit….Ich checke kurz den Spielbogen um zu sehen wer wie viele Fouls hat, wie die Fouls bei den anderen verteilt sind usw….als ich dann Richtung Kabine gehe um mit dem Team zu reden höre ich schon von weitem das Geschrei….Die Jungs streiten sich unter einander, sie sind unzufrieden mit sich selber und machen sich Luft in dem sie sich untereinander kritisieren…aber das darf nicht sein…jetzt müssen wir zusammen halten und uns zurück kämpfen…..

Es gibt ein alter Sprichwort im Sport: What happens in the locker room, stays in the locker room…daher wollen wir hier einen Mantel des Schweigens über meine Halbzeitansprache hüllen….nur so viel: das dritte Viertel haben wir 23 zu 7 gewonnen!

19:45 Uhr wir sind mitten im dritten Viertel….Jetzt endlich sind wir wirklich Dynamic Squad!!! Wir kämpfen, werfen uns auf jeden Ball, holen jeden Rebound und laufen als ob es um unser Leben ging…Devid dreht jetzt richtig auf…13 seiner insgesamt 21 Punkte macht er alleine in diesem Viertel….auch die Fans spüren was die Stunde geschlagen hat…unsere Mädels neben der Spielerbank sind jetzt voll am durchdrehen…ich muss so laut brüllen wie noch nie, damit man mich überhaupt auf dem Feld hört…..Ich glaube ich sollte Lisa, Hanna, Shoreh oder Inga zur Co-Trainerin machen, denn die hört man jetzt viel lauter als mich…wir können uns immer mehr absetzen…Devid ist richtig heiß, Jonas spielt überragend und Yuta…unglaublich…. unser kleiner japanischer guard spielt eine unglaubliche Defense gegen den point guard der TG…er bearbeitet ihn ohne Pause…er kommt einfach nicht an ihm vorbei…Hammer Yuta, weiter so…

20: 10 Uhr wir sind in der dritten Minute im letzten Viertel…wir führen mit 14 Punkten….aber jetzt schlagen unsere Foultrouble voll durch…Rachid, Devid, Janusch, Yuta, Divine, Andy und Mo sind ausgefoult. Jonas kann kaum noch gehen…er ist völlig fertig…ich setze meiner letzten time outs ein um den Jungs eine kurze Pause zu geben…aber es passiert genau das, was ich befürchtet habe…TG kann aus unserem Foutrouble Kapital schlagen und kommt immer näher ran…Immer wieder schaue ich rüber zu Marco, der jetzt hinter dem Kampfgericht steht und mir anzeigt wie es steht, wer wie viele Fouls hat und wie lange noch zu spielen ist…wir führen 2 Minuten vor Schluss nur noch mit 3 Punkten…Jonas hat Krämpfe, zittert vor Anstrengung, Dibos Trikot ist schwarz vor Schweiß, Phillip bekommt kaum noch Luft…oh oh….aber dann kommt Jan-Welfs große Stunde: In 38 Minuten hat er keinen Korb gemacht, um dann innerhalb der letzten 90 Sekunden die vielleicht 2 wichtigsten Körbe zum 85 zu 75 zu machen…die Halle tobt….es sind noch 60 Sekunden zu spielen…TG kann noch 2 mal scoren (ein Dreier) muss sich aber am Ende mit einem 85 zu 80 geschlagen geben….Wir haben gewonnen….Yeeeaaaahhhhhhh….Es gibt kein Halten mehr…alle stürmen jetzt aufs Feld und liegen sich in den Armen…Wahnsinn, ich bin überglücklich!!! Insgesamt sollte die Siegesfeier auf dem Feld fast 30 Minuten dauern….

23: 50 Uhr Ich bin noch mit Jan-Welf und Jonas unterwegs gewesen…Jonas kann nicht mehr gehen, so starke Schmerzen hat er….aber es hat sich gelohnt…auch 3 Stunden nach Spielende sind wir alle unglaublich glücklich…..Ich kann in dieser Nacht wieder nicht schlafen…aber diesmal freue ich mich darüber!!

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Fans und Zuschauern bedanken….Ihr wart Hammer!!!!!! Es war ein absolut phantastisches Erlebnis für die Spieler und für mich auch…Vielen Dunk dafür!!!

D-Squad vs TG Düsseldorf in Zahlen

Endstand: 85 zu 80

Halbzeitstand: 48 zu 52

Viertelergebnisse: 33: 28 / 15: 24 / 23:7 / 14:21

Wir hatten 50 Fouls und dem Gegner wurden 64 Freiwürfe zugesprochen!!!

Es waren insgesamt 7 von 12 Spielern fouled out.

Für D-Squad spielten

Janusch Wollny 6
Dibo Taylor 3
Jan-Welf Müller 4
David Luzynski 21
Yuta Oishi 7 / 1 Dreier
Divine Dennis 0
Rachid El Mahi 7
Andreas Biergen 11
Mo Babzartaby 2
Phillip Mulfinger 6
Phillipe Rösche 0
Jonas Jönke 19

Und unser Coach J ist ca. 10 Jahre vorzeitig gealtert ….

Coach J´s Corner: Die Schiedsrichter!

Samstag, 17. Oktober 2009

Coach J´s Corner

Hier schreibt unser Coach Johannes Püllen über Basketball im Besonderen und Gott und die Welt im Allgemeinen.  In unregelmäßigen Abständen findet ihr hier die Gedanken von Coach J zu allen möglichen Themen, denn das D-Squad Universum besteht nicht nur aus Basketball….

Heute schreibe ich über ein Thema mit dem ich mich schon länger beschäftige: Die Schiedsrichter! Egal ob Fußball, Handball, Eishockey oder Basketball – Schiedsrichter werden in fast jedem Spiel unsachlich kritisiert, persönlich beleidigt, eingeschüchtert oder sogar angegriffen.

Dabei ist es egal welche Liga oder Altersklasse man betrachtet, ob es sich um ein Meisterschaftsspiel, Turnierspiel oder vielleicht sogar nur ein Freundschaftsspiel handelt: Ständig werden Schiedsrichter von Trainern, Spielern, Eltern oder Zuschauern angeschrienen oder beleidigt. Gerade im Jugendbereich musste ich viele Negativ-Beispiele erleben. Ich erinnere mich zum Beispiel noch an eine Szene aus der vergangenen Saison als ich Trainer der U14 Mädchen-Mannschaft der Köln 99ers war. Wir haben auf einem Turnier gegen ein Team aus Hessen gespielt und waren deutlich unterlegen. Trotzdem regte sich der gegnerische Trainer dermaßen über die Leistung einer Schiedsrichterin auf, dass er in einer Unterbrechung auf Feld stürmte und die Schiedsrichterin dermaßen anbrüllte dass sie weinend die Halle verließ. Warum muss so etwas sein? Warum gibt es jedes Spiel Beispiele für respektloses Verhalten gegenüber Schiedsrichtern? Ich persönlich kann das absolut nicht verstehen und finde dieses Verhalten schrecklich. Denn eines darf man nie vergessen: Schiedsrichter haben den wichtigsten und schwierigsten Job im Spiel, können sich nicht verstecken, müssen sich jedem Problem stellen, wichtige Entscheidungen treffen, schwierige und unpopuläre Entscheidungen vertreten und trotz der ständigen Kritik an ihnen zu allen gleichermaßen fair bleiben.

Ein Basketballschiedsrichter hat oft nur Bruchteile einer Sekunde um sich zu entscheiden ob er ein Foul gesehen hat oder nicht. Basketball ist ein sehr schnelles Spiel mit einem komplexen und schwierigen Regelwerk, das viele Interpretationen zulässt. Da ist es oft sehr schwer sich richtig zu entscheiden. Auch vergessen viele Trainer und Spieler, dass sie es nicht mit professionell ausgebildeten Schiedsrichtern zu tun hat. Um in Deutschland Schiri zu werden besucht man 3-4 Abende lang einen Theorie-Kurs, pfeift ein oder zwei Spiele und wird dann auf die Mannschaften „losgelassen“. Das, gerade die jungen Schiedsrichter, dann natürlich total überfordert sind erklärt sich von selbst.  Auch die Weiterbildung lässt zu wünschen übrig. Die Schiedsrichter lernen also „on the job“. Da der Basketball Bund seit Jahrzehnten zu wenige Schiedsrichter hat ist die Selektion naturgemäß nicht besonders groß und so ziemlich jeder kann Schiedsrichter werden, egal ob geeignet oder nicht. So kommt es leider auch vor das Leute Schiedsrichter werden die eigentlich weniger gut geeignet sind für diesen Job. Das rechtfertigt in meinen Augen jedoch noch lange nicht sie dann 40 Minuten lang anzuschreien und zu beschimpfen.

Basketball ist ein Spiel das von den Fehlern anderer lebt, in der Tat werden von den Spielern und Trainern sogar viel mehr falsche als richtige Entscheidungen getroffen bzw. Fehler begangen.

Ein altes Sprichwort sagt: „Wie man in den Wald hinein schreit, so schallt es hinaus“. Ich verstehe viele Spieler und auch Trainerkollegen nicht in ihrem Umgang mit den Unparteiischen: Anstatt sofort loszubrüllen wenn ein schlechter Pfiff erfolgt ist, sollte man versuchen konstruktiv miteinander zu reden. Ich kenne keinen Menschen, der, nachdem er wegen einem Fehler angebrüllt und vielleicht auch beleidigt wurde, danach unvoreingenommen und offen mit seinem Gegenüber umgehen kann. Kein Schiedsrichter wird nach einer Schimpftirade sagen: „klar, du hast recht, ab jetzt pfeife ich so wie du es mir sagst“. Eher das Gegenteil wird im Verlauf des Spiels der Fall sein. Natürlich gibt es auch unter den Unparteiischen schwarze Schafe, die bewusst ihre Machtposition ausspielen und es auch genießen. Auch gibt es Kollegen, die einfach nicht geeignet sind für ihren Job. Dennoch wünsche ich mir dass wir besser mit den Schiedsrichtern umgehen, selbst in hektischen Phasen in denen wir mit der Leistung der Frauen und Männer in Grau nicht zufrieden sind. Denn wir sollten nicht vergessen das die Schiedsrichter einen ziemlich ungeliebten Job ausüben von dem wir alle abhängig sind.

Ich persönlich bin stolz darauf, dass meine Spieler das in den letzten Monaten verstanden haben und sich im Vergleich zur Vorsaison bisher super den Schiris gegenüber benommen haben -- bis auf

Jan-Welf ;-) . Gerade da wir viele Kinder unter unseren Zuschauern haben die das Verhalten ihrer „Vorbilder“ nachahmen.

Weiter so Jungs.

Coach J´s Corner: Integration von Ausländern in Deutschland

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Hier schreibt unser Coach Johannes Püllen über Basketball im Besonderen und Gott und die Welt im Allgemeinen.  In unregelmäßigen Abständen findet ihr hier die Gedanken von Coach J zu allen möglichen Themen, denn das D-Squad Universum besteht nicht nur aus Basketball….

Heute schreibt unser Coach nicht über Basketball sondern über ein Thema das scheinbar zunächst nichts mit unserem geliebten Sport zu tun hat: über Integration von Ausländern in Deutschland. Aktueller Anlass sind die Äußerungen des Bundesbank-Chefs Thilo Sarrazin. Dynamic Squad ist keine politische Organisation allerdings verstehen wir uns als Sportverein und Anbieter von Camps für Kinder und Jugendliche als wichtige Institution für Integration. Da ein Großteil unserer Spieler und auch Camp-Besucher einen Migrationshintergrund hat fühlen wir uns auch berufen hier unsere Meinung beizusteuern, da D-Squad unter anderem auch für Toleranz und Multikulti steht…..also hören wir mal, was der Coach dazu zu sagen hat:

Es ist Montagabend ich sitze gerade bei meinen Eltern, da ich auf meinen kleinen Bruder aufpassen muss und um mich zu beschäftigen zappe ich im TV. Ich bleibe im ersten Programm hängen: hart aber fair mit Frank Plasberg. Thema sind die Äußerungen des Bundesbank-Chefs Thilo Sarrazin, die momentan DAS Thema in den Medien sind. Sarrazin, bekannt für markige Sprüche und schnelle Urteile hat anscheinende einen wunden Punkt getroffen: Es gibt keine Zeitung die sich nicht mit seinen Äußerungen beschäftigt oder sie kommentiert.  Eine seiner Aussagen: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“ oder auch: „Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate“. Weiterhin spricht er von gescheiterter Integration und dem Unwillen der Ausländer sich zu integrieren.

In der ersten Herrenmannschaft von Dynamic Squad spielen 15 Spieler.

Rachid, geboren in Düsseldorf, stammt aus einer marokkanischen Familie, neben Deutsch spricht er noch Arabisch und außerdem ist er Moslem. Rachid studiert Sport und BWL in Wuppertal. Yuta ist Japaner, obwohl in Düsseldorf geboren, besitzt er nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Er arbeitet im Unternehmen seines Vaters, dass in Düsseldorf ansässig. Igor ist zwar Deutscher, wurde aber in Kiew geboren und spricht auch noch etwas Russisch. Dibo und Divine sind Ghanesen und sprechen neben Deutsch noch Englisch und Twi. Mo wurde in Teheran geboren und schleppt zu jedem Spiel regelmäßig unseren iranischen Fanclub mit (die übrigens alle Studentinnen sind). Jonas wurde auf Lappland geboren und ist Eskimo. Heutzutage ist er Deutscher und studiert Sport in Köln. Ich könnte das hier noch weiter fortsetzen, spare mir das aber aus Platzgründen. Fakt ist:  von 15 D-Squad Spielern besitzen 10 einen Migrationshintergrund oder sind keine Deutschen. Bei uns prallen 7 verschiedene Nationen, Mentalitäten und Religionen aufeinander. Wie steht es da mit der Integration in DIE deutsche Kultur und die Anerkennung Deutschlands?

Die Bundesrepublik Deutschland ist nach den USA das größte Einwanderungsland der Welt (setzt man die Anzahl der Immigranten mit der Anzahl der Staatsbürger in Relation), die Themen Migration, Ausländerfeindlichkeit, Asylrecht, Volksverhetzung tauchen in regelmäßiger Wiederholung in den Medien auf. Leider muss man dabei immer wieder bemerken, dass die Diskussionen zu diesen Themen immer sehr undifferenziert ablaufen. Es gibt nicht DIE Ausländer, DIE Türken, DIE Araber. In Deutschland leben mehrere Millionen Ausländer bzw. Menschen mit einem Migrationshintergrund. Sie über einen Kamm zu scheren ist schlichtweg unmöglich. In der Diskussion in der gestrigen Sendung von hart aber fair wurde derselbe Fehler gemacht: Egal ob es die anwesenden Politiker, Schriftsteller oder die Vorsitzende der türkischen Migrationsbewegung war, es wurde immer von DEN Ausländern gesprochen. In den letzten PISA-Studien konnte man eines ganz deutlich erkennen: Wir haben weniger ein Ausländerproblem, als vielmehr ein Sozialproblem. Der Zusammenhang zwischen Migration und Ausbildung und sozialem Status wird nicht von dem Aspekt des Migrationshintergrundes bestimmt, sondern von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht. Ordnet man nämlich ausländische Schüler entsprechend nach den sozialen Schichten aus denen sie kommen stellt man überrascht fest: Die Unterschiede zwischen Ausländern und Deutschen sind gar nicht so groß. Je höher der soziale Status der Familie, desto höher das Bildungsniveau. Dieser Zusammenhang gilt aber auch umgekehrt: je niedriger die Herkunft, desto niedriger der Bildungsabschluss bzw. teilweise ist gar kein Schulabschluss vorhanden. Will man also die von Sarrazin angesprochenen Probleme beheben, muss man sich im Klaren darüber sein, dass man es vor allem mit einem Sozialproblem zu tun hat. Über 60 Prozent der in Deutschland lebenden Migranten und Ausländer gehören zur sozialen Unterschicht und haben somit kaum Möglichkeiten gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die verschiedenen sozialen Schichten haben sich in den letzten Jahren immer stärker voneinander abgegrenzt und Kinder aus verschiedenen sozialen Schichten haben kaum Kontakt miteinander. So ist es kaum Möglichkeit Verständnis für andere zu entwickeln, die ein gänzlich anderen Wertekanon als den eigenen haben. Ich bin zum Beispiel in Grevenbroich zum Gymnasium gegangen und in meiner Stufe gab es insgesamt nur 3 Schüler mit einem Migrationshintergrund. Erst durch den Basketball bin ich mit gleichaltrigen in Kontakt gekommen, die nicht „deutsch“ waren.

Natürlich hat Sarrazin auch einige richtige und auch wichtige Dinge angesprochen: Es gibt auch viele Migranten, die sich eine Parallel-Welt aufgebaut haben und kein Interesse an Integration haben. Allerdings muss man sich in dieser Thematik sehr vorsichtig und sehr differenziert bewegen. Wie bei allen wichtigen Themen gibt es viele verschiedene Ursachen und Gründe für zum Teil sehr unterschiedlich erscheinende Phänomene. Das Thema Integration ist ein sehr komplexes und lässt sich sicherlich nicht in einem reißerischen Zeitungsinterview optimal behandeln.

Wir von Dynamic Squad sind jedenfalls sehr stolz darauf, dass wir ein multikulturelles Nebeneinander haben, das geprägt ist von Tolerant und Akzeptanz. In unseren Camps haben wir Kinder aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Milieus. Egal ob Türke, Marokkaner, Deutscher oder Japaner. Sie sind alle Teil der Dynamic Squad Family.

Sport ist die optimale Möglichkeit um Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und Vorurteile und Stereotype abzubauen. Ich würde mir wünschen, dass das die Politik auch endlich mal erkennen würde und den Sport in Deutschland besser fördert als bisher umso zu einer toleranteren und besseren Gesellschaft beizutragen.

Coach J’s Corner: Motivation – Was treibt uns eigentlich an?

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Coach J´s Corner

Hier schreibt unser Coach Johannes Püllen über Basketball im Besonderen und Gott und die Welt im Allgemeinen.  In unregelmäßigen Abständen findet ihr hier die Gedanken von Coach J zu allen möglichen Themen, denn das D-Squad Universum besteht nicht nur aus Basketball….

Heute findet ihr hier den ersten Beitrag von Coach J. Zum Auftakt beschäftigt sich der Coach mit dem Thema Motivation. Im Basketball und im Sport allgemein wird ständig über Motivation gesprochen, aber was genau ist genau Motivation eigentlich? Warum tun wir was wir tun?

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Es ist ein Montagabend im August. 21:50 Uhr. Wir sind auf dem Sportplatz der Uni. Es ist bereits dunkel, man kann kaum noch was sehen, ich kann meistens nur noch die Umrisse der Spieler erkennen. Wir haben Konditionstraining. Bereits seit einigen Wochen trainieren wir vier Mal die Woche um uns auf die Saison vorzubereiten. 2 mal in der Halle und 2 mal hier draußen auf dem Platz. Kraft-Ausdauertraining mit unserem Athletik-Trainer Rachid. Das heißt vor allem eins: Schmerzen! 10 km Laufen zum Aufwärmen, dann Sprints, Kraftübungen, wieder mehrere Kilometer Laufen und zum Abschluss nochmal Sprints und Kraftübungen. Die meisten machen schon nach den ersten Sprints schlapp, trotzdem quälen sich alle bis zum Ende durch. Igor, eigentlich unser fittester Spieler, ist heute nicht gut drauf, er muss sich übergeben, trotzdem macht er später weiter. Jonas, unser Kapitän, ist auch dabei, obwohl er heute 7 Stunden an der Uni war. Erst Schwimmen, dann mehrere Kilometer Inliner-Fahren, zum Abschluss noch Hürdenlauf, und dass mehrere Stunden lang. Er sieht müde aus, ist erschöpft, trotzdem kommt er zum Training und macht mit. Er ist schon nach dem 10 km Lauf total erledigt. Aber er macht bis zum Ende mit.

2 Monate später, wieder ist es Montagabend. 20 Uhr. Wir haben Training. Drino ist gekommen, obwohl er nicht mit trainieren kann, da er eine Knieverletzung hat. Drino wohnt in Oberhausen, er bleibt bis zum Ende des Trainings um 22 Uhr. Das heißt er wird erst so gegen 23 Uhr zu Hause sein. Trotzdem ist er gekommen, um zu sehen was wir machen und nichts Wichtiges zu verpassen.

Es gibt noch tausend anderer ähnlicher Geschichten die man erzählen könnte. Unsere Mannschaft besteht aus Studenten, Angestellten, Unternehmern. Die meisten haben eine Freundin, haben beruflich viel zu tun, müssen sich auf Prüfungen vorbereiten oder sind sonst irgendwie verpflichtet. Wir spielen „nur“ in der Bezirksliga. Das ist die 2 niedrigste Basketball-Liga in Deutschland. Die meisten Teams in der Liga bestehen aus älteren Spielern, die keine Lust mehr haben hart zu trainieren oder aus jüngeren, die nur ab und zu „zocken“ wollen ohne viel zu investieren. Manche Teams trainieren sogar gar nicht, sondern treffen sich nur und zocken im Training rum.

Wir nicht. Wir haben in unserer 8 wöchigen Vorbereitung 4 mal die Woche trainiert, manchmal an den Wochenenden sogar noch ein Freundschaftsspiel gehabt. Freitagabends, wenn die meisten am Vortrinken sind und sich auf die Party „vorbereiten“ stehen wir in der Halle und trainieren. Viele unserer Spieler verzichten für D-Squad auf Freizeit, Partys oder andere angenehme Dinge, die das Leben schöner machen.  Die meisten werden sich fragen: Ja und? Die Jungs sind halt motiviert. Das ist doch normal, wenn man etwas will, dann setzt man sich dafür auch ein! Was ist das besondere daran?

Ich finde es ist auf jeden Fall etwas Besonderes, wenn man bereit ist auf angenehme Dinge zu verzichten, Anstrengungen und Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen ohne etwas dafür zu bekommen? Oder bekommt man vielleicht doch etwas?

Wie bereits oben angesprochen sind viele Dinge in unserem Leben eine Frage der Motivation. Doch was genau ist Motivation eigentlich? Wo kommt sie her? Steckt sie bereits in uns, und muss nur geweckt werden, oder ist sie etwas was uns von außen zugeführt wird? Gibt es vielleicht gar keine Motivation, sondern ist das was wir als Motivation bezeichnen nur eine ganz geschickte Manipulation?

Wenn man direkt gefragt wird, was Motivation für einen selbst ganz persönlich bedeutet, kommen viele Menschen ins Stocken. Wir alle reden ständig darüber, sei es im Zusammenhang mit der Schule, der Uni, der Arbeit, unserer aktuellen Beziehung etc. Aber mal Hand auf Herz: Wenn ihr mal für euch diese Frage beantwortet, was Motivation eigentlich ist, dann kommt ihr wahrscheinlich schnell ins Stocken.

Gerade im Sport ist Motivation die treibende Kraft. Ohne sie geht man nicht zum Training, strengt sich im Spiel nicht an, setzt sich nicht für die Mannschaft ein.

Gibt man bei Wikipedia „Motivation“ ein (ja ich weiß, wikipedia ist KEINE wissenschaftliche Quelle…), findet man dort u.a. folgende Definition:

Motivation (von lat. motus, „Bewegung“) bezeichnet […] einen Zustand des Organismus, der die Richtung und die Energetisierung des aktuellen Verhaltens beeinflusst.

Motivation ist also ein Zustand der unser Verhalten beeinflusst, aber was oder wer löst diesen Zustand aus? Wie werden wir in diesen Zustand versetzt der offenbar der Auslöser dafür ist, das wir uns in einer bestimmten Art und Weise verhalten?

Wie bei allen wichtigen und schwierigen Themen gibt es auch auf diese Fragen keine einfachen Antworten. In der Motivationspsychologie unterscheidet man vor allem 2 theoretische Ausrichtungen: Inhaltsmodelle und Prozessmodelle.

Die Inhaltsmodelle beschäftigen sich mit Inhalt, Art und Wirkung von Motiven. Ein ganzes System von Motiven wird angeboten und bestimmt, nach welchen Gesetzmäßigkeiten welche Motive verhaltensbestimmend werden. Hier stehen also unsere Motive etwas zu tun im Mittelpunkt des Interesses. Ein Motiv ist eine Persönlichkeitseigenschaft, die bestimmt was uns wichtig ist, wie wichtig uns eine Sache ist und was wir bereit sind für diese bestimmt Sache zu tun (oder auch nicht zu tun). Motive können sozial sein (Geselligkeit, Vermeidung von Isolation), biologisch (Hunger, Durst) oder auch kulturell (Anerkennung und Macht). Motive können von Person zu Person variieren oder auch innerhalb eines einzigen Menschen über die Zeit hinweg einer Veränderung unterliegen. Motive sind unglaublich variabel und können in unendlich vielen Variationen auftreten. Sie können intrinsich (also auf etwas Immaterielles gerichtet sein, das in uns selber liegt) oder extrinsich (auf etwas Materielles, das außerhalb uns selbst liegt gerichtet) sein.

Die Prozessmodelle versuchen im Gegensatz zu den Inhaltsmodellen zu erklären, wie Motivation formal und losgelöst von Bedürfnisinhalten entsteht und auf das Verhalten wirkt. Das Ziel des Verhaltens ist unbestimmt, aber das Individuum will den subjektiv erwarteten Nutzen maximieren. Die Forscher gehen also davon aus, dass wir kein konkretes Ziel vor Augen haben wenn wir handeln, sondern das es darum geht so viel Gewinn wie möglich aus einer Sache zu ziehen. Hier geht es also wieder um Motive, aber es fehlt das konkrete Ziel. Bei den Inhaltsmodellen habe ich genau vor Augen, wo ich hin will, was ich erreichen will. Bei den Prozessmodellen weiß ich das nicht so genau. Was ich aber weiß ist, dass ich so viel wie möglich will.

Für beide Modelle existieren eine Menge spezifischer Modelle, die sich in vielen Dingen widersprechen, einige Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen haben und einige wenige Entsprechungen. Aber eines ist allen Modellen und Theorien gemeinsam, egal von welchem Forscher sie entwickelt worden sind, von welcher psychologischen oder philosophischen Schule sie auch beeinflusst wurden. Und das ist das Bedürfnis! Ohne Bedürfnisse kein Handeln. Ohne Bedürfnisse kein Leben! Wir essen weil wir das Bedürfnis nach Nahrung haben. Wir arbeiten um das Bedürfnis nach Anerkennung, Geld, Macht, Beschäftigung etc. zu befriedigen. Und hier kommt auch wieder der Bogen zum Basketball im Allgemeinen und zu D-Squad im Besonderen: Warum spielen wir zusammen Basketball, arbeiten hart, verzichten auf viele angenehme Dinge und stehen stattdessen lieber schwitzend freitagabends in einer Sporthalle?

Weil wir alle Bedürfnisse haben, die wir befriedigen wollen. Der eine sucht einfach nur eine Möglichkeit mit seinen Freunden zusammen was zu unternehmen, der nächste will beim Spiel vor den Fans glänzen, wieder ein anderer sucht hier die Bestätigung, die er woanders vielleicht nicht bekommt. Damit sind wir auch wieder bei der Frage, was man dafür bekommt, sich Woche für Woche im Training abzurackern und zu kämpfen? Ganz einfach: Die Belohnung sind unsere tollen Fans! Es ist unglaublich, wie toll wir von unseren regelmäßig über einhundert Fans unterstützt werden. Sie sind es, die unsere Heimspiele zu etwas besonderem machen. Seien unsere persischen Mädels oder unsere japanischen Ultras, es macht so viel Spaß vor euch zu spielen!

Letztendlich ist es aber egal was das Motiv ist, was zählt ist die Konsequent des Motivs, die Motivation. Und die ist bei unseren Jungs super hoch!

Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry schrieb einmal einen sehr interessanten Satz zum Thema Motivation:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.

Das Schiff, das wir diese Saison bauen wollen ist der Aufstieg in die Landesliga. Und die Sehnsucht nach dem Meer, mit der ich dieses Ziel erreichen will ist die heftige Party, falls wir aufsteigen sollten ;-) Also Jungs, haut rein!!! Es gibt viel zu tun.

In diesem Sinne: D-Squad 4 Ever!

Haut rein und möge die Macht mit euch sein

Coach J

Coach J‘ s Corner

Dienstag, 6. Oktober 2009

Heute wird der erste Beitrag der berühmten Coach J`s Corner Serie online gehen. Die Welt ist gespannt!!!